Bachem vor Verkehrschaos schützen

Im Berufsverkehr sollen künftig weniger Autos über die Aachener Straße nach Köln reinfahren. Der Zufluss soll per Pförtnerampel erheblich gedrosselt werden. Gleichzeitig sollen von Weiden und Widdersdorf zwei Expressbuslinien über die Aachener Straße in die Kölner Innenstadt fahren. So die Pläne der Stadt Köln. Leidtragende sind die Umlandkommunen mit längeren Staus und Autofahrer, die sich neue, längere Schleichwege beispielsweise zu ihrem Arbeitsplatz suchen werden.

„Der Verkehr wird sich dann auch auf die bereits komplett überlastete Dürener Straße verlagern. Und damit zu massiven Staus im bereits überlasteten Ortsteil Bachem führen“, sagt die CDU-Stadtverordnete und OV-Vorsitzende Sylvia Knecht. „Davor müssen wir unseren Ortsteil schützen“. Deshalb richtet der CDU-OV Bachem eine Bitte an die Stadtverwaltung. Gemeinsam mit dem Rhein-Erft-Kreis sollte geprüft werden,  welche bau- und verkehrstechnischen Maßnahmen man möglichst schnell umsetzen kann, um Bachem vor einem Verkehrskollaps zu bewahren.

Stadt Köln reagiert auf Anfragen nicht

„Schon seit 2003 versuchen Hürth, Frechen, der Rhein-Erft-Kreis mit der Stadt Köln alternative Verkehrslösungen auf interkommunaler Ebene zu finden“, sagt Knecht. Geschehen ist bis dato wenig. „Wir haben bislang den Eindruck gewonnen, der Stadt Köln sind ihre Nachbarn und deren Verkehrsprobleme, die meist von Köln ausgelöst werden, egal“. Fakt ist, Köln muss etwas gegen die Luftverschmutzung unternehmen, es drohen Dieselfahrverbote. Im aktuellen Luftreinehalteplan der Bezirksregierung wurde beschlossen, dass sog. Pförtnerampeln an ausgewählten Zufahrtsstraßen eingerichtet werden dürfen, wenn sie umweltpolitisch sinnvoll sind, es ausreichend Rückstauraum und keine Wohnbebauung gibt. „Doch daran scheint sich die Stadt Köln nicht gebunden zu fühlen, würde sie ansonsten mit einem solchen Vorschlag kommen?“, fragt sich Sylvia Knecht.

 

Die Folge – die Umlandkommunen baden das stümperhafte Klein- Klein der Kölner Stadtspitze aus. Schon jetzt quälen sich Autofahrer aus Hürth, Brühl, Kerpen und Köln durchs enge Bachem. Neben der Dürener Straße nutzen Autofahrer aus dem Gewerbegebiet Marsdorf die Bachemer Straße als Schleichverkehr. Und was kommt auf Frechen noch zu, wenn der geplante Frischemarkt in Marsdorf doch noch angesiedelt wird? „Wir bitten den Kreis und die Stadt Frechen im Bereich der K 29 Bachemer Straße verkehrslenkende Maßnahmen zu testen, die Bachem künftig besser schützen“, so Knecht. Zum Beispiel auch, in dem man die Straße abbindet.

Selbst wenn der Frischemarkt nicht realisiert wird, steht hier ein großes Gewerbegebiet zur Nutzung an. Das bedeutet auch mehr Verkehr. „Dreimal haben wir die Kölner Verkehrsdezernentin eingeladen, um im Ausschuss für Umwelt, Kreisentwicklungsplanung und Energie die Kreistagsverwaltung und die Politik über die Pläne zu informieren, die Stadt Köln hat auf unsere Anfragen überhaupt nicht reagiert“.