Frechen aufs Glyphosat-Verbot vorbereiten

Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat soll Ende 2023 in Deutschland verboten werden. Das hat das Bundeskabinett angekündigt, ein entsprechendes Gesetz soll in den kommenden Monaten folgen. Doch schon vorher soll die Anwendung von glyphosat-haltigen Mitteln deutlich eingeschränkt werden. Geplant ist bereits ab 2020 die Verwendung für Haus- und Kleingärten und öffentliche Flächen wie Parks zu untersagen. Außerdem soll die Nutzung vor der Ernte für Landwirte deutlich eingeschränkt werden.

Der Kreistag des Rhein-Erft-Kreises hat eine vertragliche Regelung getroffen, die Nutzung von Glyphosat und anderen Insektengiften auf kreiseigenen Ackerflächen zu reduzieren. „Auch in Frechen soll die Anwendung von Glyphosat auf städtischen Flächen schrittweise reduziert werden. Deshalb haben wir von der CDU- Fraktion dazu einige Fragen“, sagt der Stadtverordnete Stefan Hoss.

Diese hat die CDU-Fraktion nun der Verwaltung gestellt:

  1. Wie viel Hektar Ackerfläche befinden sich in Frechen im städtischen Eigentum und wie viel im Streubesitz?
  2. Nach welchen Kriterien erfolgt die Vergabe der städtischen Ackerlandflächen?
  3. Wie lange sind die Pachtlaufzeiten?
  4. Wie könnte eine vertragliche Regelung zur Reduktion der Glyphosat- und Neonicotinoidnutzung, wie es im Kreis-Erft-Kreis angewendet wird, ggfls. auch schon vor 2023 aussehen?

Artenvielfalt in Frechen erhalten

„Darüber hinaus bitten wir die Verwaltung die Vergabekritierien für die Verpachtung von stadteigenen Ackerlandflächen daraufhin zu prüfen“, sagt der Stadtverordnete Thomas Koppers. „Die Stadt Pulheim hat ein Punktesystem für pachtinteressierte Landwirte entwickelt, wo unter anderem Kriterien bewertet werden, wie der Verzicht auf Glyphosat und anderen Herbiziden und wer sich bereit erklärt auf städtischen Pachtflächen anteilig Blühstreifen anzulegen.“

„Uns ist es wichtig, Insekten zu schützen, um die Artenvielfalt auch in Frechen zu bewahren“, sagt Stefan Hoss. „ Die CDU hat bereits schon erfolgreich Wildkräutermischungen ausgesät, zum Beispiel in Hücheln und Bachem“. Darüber hinaus hat die CDU-Fraktion im Juni darum gebeten, weitere einzelne Flächen in allen Frechener Ortsteilen für das Ansäen von Blühwiesen vorzubereiten.