Geburtshilfe und Hebammen besser unterstützen

Seit Jahren gibt es in Deutschland einen regelrechten Babyboom. Die Geburtenrate ist deutlich angestiegen. Doch, so erfreulich diese Entwicklung ist, gibt es doch auch ein großes Problem. Denn werdende Mütter finden oft keine Hebamme oder eine Geburtsklinik in der Nähe. „Auch in Frechen ist die Geburtshilfestation erst kürzlich geschlossen worden“, beklagt der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Frechen-Mitte, Jan-Christoph Hebig.

Auch Frechener Geburtshilfestation geschlossen

Besonders dramatisch ist die Situation bei den Hebammen. „Viele, die ihrem Beruf mit Hingabe nachgehen, haben ihn in den vergangenen Jahren aufgegeben“, sagt die sachkundige Bürgerin für die CDU-Fraktion Susann Paul. Und viele Frauen schlagen diesen Berufsweg erst gar nicht ein. Die Gründe dafür: zum einen ist die Bezahlung sehr niedrig, zum anderen können die stark gestiegenen Versicherungssummen nicht mehr bezahlt werden. Hinzu kommen strapaziöse Arbeitsbedingungen. „Aber auch die Krankenhäuser bemängeln oft, dass Geburtshilfe ein finanzielles Defizitgeschäft ist“, so Paul.

Drei Lösungsvorschläge der CDU Frechen-Mitte

Die CDU Frechen-Mitte begrüßt den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Hebammenausbildung zu reformieren. „Das löst die Probleme aber nur zum Teil“, findet Hebig. Deshalb hat sich die CDU Frechen-Mitte im Rahmen ihrer Bürgersprechstunde mit einem Brief an den Bundestagsabgeordneten für den Rhein-Erft-Kreis Dr. Georg Kippels gewandt, der auch im Gesundheitsausschuss sitzt. Darin schlägt die CDU Frechen-Mitte drei Anregungen vor, die die Situation der Hebammen kurz- und mittelfristig verbessern soll.

  1. Die Kopplung der Hebammenvergütung an das Beitragsstabilitätsgesetz muss gelockert werden und die Bezahlung auf ein angemessenes Niveau angehoben werden. Ggf. ist eine Rückkehr zur Festsetzung der Vergütungssätze durch das Bundesgesundheitsministerium zu prüfen. (Situation bis 2007)
  2. Die Finanzierung der Geburtshilfeleistungen durch die Krankenkassen und die entsprechenden Abrechnungssätze müssen erhöht werden, so dass Geburtshilfe nicht zur Belastung für die Krankenhäuser wird.
  3. Eine Neugestaltung von gesetzlichen Rahmenbedingungen und ggf. eine staatliche Förderung der Haftpflichtversicherung für Hebammen muss erarbeitet werden.

„Wir bitten Georg Kippels darum, diese Themen möglichst zeitnah mit in den Gesundheitsausschuss einzubringen“, sagen Hebig und Paul. Es ist dies kein reines Frechener, sondern vor allem ein bundesweites Problem. Die Politik darf die Hebammen mit ihrer hohen Verantwortung nicht alleine lassen und sollte schwangeren Frauen eine gute und sichere Geburt ermöglichen. Kinder sind unsere Zukunft!