Mai 15

Keine Bücherbox für Bachem

In vielen Städten Deutschlands werden kostenlose Tauschbörsen für Bücher eingerichtet. So beispielsweise in einer ehemaligen Telefonzelle in Hürth oder als Schrank, wie in Erftstadt. Auch in Frechen-Bachem könnte längst eine solche Bücherbox stehen. Denn auf Antrag der CDU Stadtverordneten Sylvia Knecht wurde in den vergangenen vier Jahren mehrfach über die Verwaltung geprüft, ob ein Bücherschrank auf der Hubert- Prott Straße in Höhe des Kiosks für die Bürger aufgestellt werden kann.

„Als Sponsor hatte sich die RWE, jetzt innogy, zur Verfügung gestellt und für einen Zeitraum von drei Jahren wären sämtliche Kosten komplett übernommen worden“, sagt Syliva Knecht. Voraussetzung für das Sponsoring der innogy ist ein Kooperationsvertrag. Dabei hätte die Stadt Frechen auch einige Verpflichtungen wie eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit oder finanzielle Vorleistung bei möglichen Schäden übernehmen müssen. „Leider wird die Stadt keinen Vertrag mit der Nachfolgefirma innogy eingehen“, bedauert Knecht. Denn nach Einschätzungen durch die zuständige Fachabteilung gebe es mögliche Risiken, die die Stadt nicht tragen möchte. Auch mehrere Vereine aus Bachem, die angefragt wurden, wollten sich nicht vertraglich binden. „In Deutschland stehen bereits weit über 300 Boxen, viele davon wurden von einem Sponsor, wie innogy, zusammen mit den Bürgermeistern oder örtlichen Vereinen aufgestellt“, zeigt sich Knecht enttäuscht.

„Ganz offensichtlich haben andere Städte nicht so große Bedenken, ihren Bürgern über einen Sponsor etwas Gutes zu tun wie wir hier Frechen“, so Knecht. „In Zeiten leerer Kassen sollten wir aber überlegen, wie wir unsere Bürger noch mit freiwilligen Leistungen beglücken können“. Wenn ein Sponsor aus der Wirtschaft bereit ist, zu helfen, muss man als Verwaltung das Geschenk natürlich sorgfältig prüfen. „Aber es sollte auch nicht zu viel in ein solches Sponsoring hinein interpretiert werden“, findet Knecht.

Zudem sind Schäden durch Vandalismus bei öffentlichen Bücherboxen selten, wenn diese – wie es auch in Bachem geplant war – an zentralen, gut ausgeleuchteten und frequentierten Plätzen stehen. Knecht will das Projekt noch nicht ad acta legen: „Ich will versuchen, selbst eine Bücherbox für unsere Bachemer Bürger umzusetzen“. Die Voraussetzungen sind gut, der Eigentümer der Fläche vor dem Kiosk hat einer dem Aufstellen einer Bücherbox bereits zugestimmt.

 

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich melden unter

02234 -20 22 950 (Sylvia Knecht).