Jun 29

Kölns Verkehrsdezernentin Blome kommt wahrscheinlich nicht zu Gesprächen nach Frechen

Lange war es um die geplante Verlegung des Kölner Großmarktes in den Stadtteil Marsdorf ruhig geworden. Alternativstandorte wurden zwischenzeitlich seitens der Stadt Köln geprüft. Doch nun kommt Bewegung in die Sache, der Standort Marsdorf scheint in Stein gemeißelt. Das Thema wird in der kommenden Kölner Ratssitzung, am 11. Juli behandelt und vermutlich in dieser Sitzung auch schon beschlossen. Denn die Zeit drängt, die Stadt Köln will das Gelände, auf dem der jetzige Großmarkt steht, unbedingt für den Ausbau der Parkstadt Süd nutzen.

„Wir in Frechen lehnen nach wie vor die Ansiedlung des Frischemarktes in Marsdorf ab“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietmar Boomkamp. Denn der neue Frischemarkt bringt mit seiner Logistik eine nicht vertretbare verkehrliche Belastung vor allem für Frechen, Hürth und Pulheim mit sich. „Dort wo der Frischemarkt hinkommen soll, gibt es bislang keine belastbare Infrastruktur“, so Boomkamp. Und die Stadt Köln hat bislang dazu auch keine Pläne vorgestellt oder Frechen, Hürth und Pulheim über solche Pläne informiert. Die CDU-Fraktion hatte deshalb darum gebeten, die Kölner Verkehrsdezernentin Andrea Blome in einen der zuständigen Fachausschüsse Anfang Juli, also noch vor der Ratssitzung, einzuladen und den aktuellen Sachstand zu erläutern.

Nicht zumutbare Belastung durch Verkehr, Abgase und Lärm für Frechen

„Leider kam aus dem Kölner Rathaus bisher kein Signal, ob die Verkehrsdezernentin dem Ausschuss vor der Kölner Ratssitzung im Juli Rede und Antwort stehen wird“, zeigt sich Boomkamp enttäuscht. Nach dem 11. Juli könnte es nach Ansicht der CDU-Fraktion aber zu spät sein. „Dann hat Köln womöglich Tatsachen geschaffen und wir müssen mit den Vorgaben aus Köln leben“. Die CDU-Fraktion befürchtet durch den Frischemarkt nicht nur ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen auf Frechen zukommen, sondern auch eine zusätzliche finanzielle Belastung. „Denn in den betroffenen Städten des Rhein-Erft-Kreises müsste die Infrastruktur zum Beispiel mit neuen Kreisverkehren umgestaltet werden, um einem Verkehrsinfarkt vorzubeugen“, so Boomkamp.

Außerdem ist es den Bürgerinnen und Bürgern von Frechen, Pulheim, Hürth und Umgebung aus ökologischen Gründen nicht zuzumuten, die erhöhten Lärm- und Abgasemissionen, die zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität und der Wirtschaft führen, zu akzeptieren. „Ich bin über die fehlende Reaktion aus Köln sehr enttäuscht. Wird doch von Seiten der Stadt Köln immer wieder betont, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit unter Nachbarn sei“, findet Boomkamp.