Ohne Absprache mit den Nachbarkommunen

Die Stadt Köln plant ab Dezember 2019 zwei Expressbuslinien auf der Aachener Straße  einzurichten. Die Busse fahren dann von Köln-Widdersdorf und Weiden in die Kölner Innenstadt. Dafür sollen die Grünphasen der Ampeln an der Kreuzung Bonnstraße / Aachener Straße in den Hauptverkehrszeiten morgens zwischen 7 Uhr und 9 Uhr und nachmittags zwischen 15 Uhr und 19 Uhr verkürzt werden. „Die Aachener Straße – eine der wichtigsten Zufahrten nach Köln – wird dann für Autofahrer zum Nadelöhr, denn statt bislang 1200 Autos pro Stunde werden nur noch 700 durchgelassen, beklagt die Frechener CDU-Fraktionsvorsitzende Karla Palussek.

Schon jetzt lange Staus

Schon heute bilden sich zu Stoßzeiten Staus sowohl auf der Bonnstraße als auch auf der Aachener Straße. „Durch diese Maßnahme werden die Staus künftig noch länger, wahrscheinlich bis hinter Königsdorf“, befürchtet Palussek. Diese Tatsache ist den Verantwortlichen der Stadt Köln bewusst und wird „ohne Erschrecken“ in Kauf genommen. Zusätzlich rechnet man mit dem Ausweichen der Autofahrer auf diverse Nebenstraßen, die sicher zu einem sehr großen Teil im Umland liegen.

Viele der in Köln Beschäftigten leben heute in Frechen, Bergheim, Kerpen, Pulheim und Hürth. Die Rhein-Erft-Bürger sind kaufkräftige Konsumenten im Kölner Einzelhandel sowie Kunden in Gastronomie und Kulturbetrieben. „Die Pförtnerampel kommt einer gezielten Aussperrung dieser Menschen gleich und erinnert stark an die mittelalterliche Zollschranken-Politik“, sagt Palussek. Doch auch für Rettungsfahrzeuge wird es schwieriger, durch den Stau zu kommen. „Die Stadt Köln vergisst, dass sich in Frechen ein Notfall-Krankenhaus befindet“.

Bessere Umsteigemöglichkeiten anbieten

Schon jetzt würden viel mehr Menschen als heute Straßen- und S-Bahnen nutzen, doch sie haben keine Möglichkeit dazu. Unter anderem weil die notwendigen Parkplätze fehlen – und das schon seit Jahren. Wie beispielsweise am P+R Parkplatz in Weiden. „Spätestens um 8 Uhr stapeln sich die Autos, weil der offizielle Parkplatz voll ist. Die Erweiterung ist längst überfällig“, sagt der CDU Stadtverbandsvorsitzende Stefan Hoss. Sinnvoll wäre es darüber hinaus, wenn erst der Parkplatz erweitert wird und dann der Zufluss an Autos in die Stadt gedrosselt wird.

Immer wieder betont die Stadt Köln, dass der Kontakt zu den Nachbarkommunen wichtig sei. In entscheidenden Fragen fehlt jedoch die Kommunikation. „Man werde mit dem Umland reden, wie sich der Nahverkehr dort verbessern lasse“, heißt es von Seiten der Stadt Köln. Doch warum geschieht dies erst nach Veröffentlichung der Infos über die Expressbuslinien. Und warum wurde das Konzept – nach eigener Aussage – nicht getestet? „Für mich sieht nachbarschaftliche Kommunikation anders aus“, ist Palussek enttäuscht.

Die CDU-Fraktion bittet die Verwaltung, um eine Absprache mit der Stadt Köln vor der geplanten Inbetriebnahme der Maßnahme im Dezember 2019. Wir fordern, dass die Express-Buslinie nicht vor Fertigstellung der P+R-Erweiterung an Weiden-West und des Radschnellweges in Betrieb gehen darf. „Es kann nicht angehen, die Belastungen auf den Straßen und der Umwelt einfach zu Lasten der Nachbarkommunen vorzunehmen. Hier kann nur eine gemeinsam erarbeitete Lösung greifen“.